
Folge 23 · SHANTI PUR! Podcast
Was ein indischer Weisheitslehrer mich über Frieden gelehrt hat
Frieden. Dieses eine Wort trägt fast jeder Mensch irgendwo in sich — als Sehnsucht, als leise Frage, manchmal als stiller Schmerz. Wir wünschen ihn uns für unsere Beziehungen, für die Welt, für die Nächte, die sich nicht zur Ruhe legen wollen. Und trotzdem suchen so viele von uns diesen Frieden im Außen, in einer Entscheidung, die noch ansteht, in einem Gespräch, das noch geführt werden muss, in einem Leben, das sich „endlich" anders anfühlen soll.
Vor ungefähr dreißig Jahren habe ich eine Reise nach Südindien gemacht. Ich wusste damals noch nicht, dass mich dieser Weg zu einer der einfachsten und zugleich tiefsten Botschaften führen würde, die ich je gehört habe. Drei Worte. Und sie haben sich in mir festgesetzt, bis heute.
In Südindien besuchte ich Satya Sai Baba — einen Weisheitslehrer, zu dem Menschen aus der ganzen Welt pilgerten. Drei Wochen war ich dort. Er sprach Telugu, einen Dialekt, den ich nicht kenne, und hatte einen Übersetzer ins Englische. Was dieser Übersetzer sprach, war allerdings kaum zu verstehen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich dachte: Na gut, was willst du machen. Ist halt so.
Und dann, nach fast einer Dreiviertelstunde, verstand ich plötzlich einen einzigen Satz. Nur einen. Aber er war genug.
„I want peace." — Ich will Frieden.
Satya Sai Baba
Sai Baba erklärte damals, was in diesen drei Worten verborgen liegt. Das I — das Ego, das Ich. Das Want — das Wollen, die Wünsche, die Begierden. Und Peace — der Frieden. Sein Gedanke war so schlicht wie erschütternd: Wenn du das Ego loslässt und das ständige Wollen, was bleibt dann? Nur noch der Frieden.
Ich denke oft daran, wie viel Energie wir darauf verwenden, uns etwas zu erarbeiten, zu sichern, zu behalten. Wie wir morgens aufwachen und unser Kopf sofort anfängt zu planen, zu vergleichen, zu bewerten. Zwanzigtausend Gedanken am Tag — das haben Forschende gezählt. Da bleibt nicht viel Stille übrig.
Stell dir einen Bergsee vor. Klares, stilles Wasser. Dann kommt ein Sturm — die Oberfläche kräuselt sich, Wellen brechen sich, das Wasser trübt sich auf. Du kannst nicht mehr in die Tiefe sehen. Du weißt nicht mehr, was da unten ist.
So ist unser Geist. Die Wellen sind unsere Gedanken, unsere Gefühle, der Lärm des Alltags. Und tief unten — darunter, ganz still — liegt der Frieden. Er war immer schon da. Er geht nirgendwo hin. Er wartet nur darauf, dass der Sturm sich legt.
Im Yoga nennen wir diesen Zustand Ananda — Glückseligkeit. Nicht die Freude, die kommt, wenn etwas gut läuft. Sondern die Stille, die bleibt, wenn du aufgehört hast, gegen dich selbst zu kämpfen.
Ich bin nicht mein Geist. Ich bin nicht meine Gedanken.
Ich bin reines Sein, reine Liebe, tiefe Stille.
Ich gebe dir in dieser Folge eine Übung mit, die du sofort ausprobieren kannst — morgens beim Aufwachen, abends vor dem Einschlafen, oder wann immer du fühlst, dass deine Gedanken die Oberhand gewinnen.
So geht sie:
Diese Übung kostet dich fünf Minuten. Aber sie gibt dir etwas zurück, das du vielleicht schon lange gesucht hast.
Frieden lässt sich nicht ersuchen. Er wird nicht geliefert, wenn die Umstände sich ändern. Er entsteht in dem Moment, in dem du aufhörst zu kämpfen — mit dem Leben, mit anderen Menschen, mit dir selbst.
Wenn du in deinen Frieden kommst, trägst du ihn in jede Begegnung. Andere spüren das. Nicht weil du etwas sagst oder tust — sondern weil du einfach bist. Das ist das Schönste, was ich kenne: stille Wellen des Friedens, die von Herz zu Herz gehen.
Sei ein Lichtpunkt des Friedens. Fang heute an. Fang bei dir an. 🕊️
„Die Natur kennt den Weg. Ich helfe dir, ihn zu gehen."
Du spürst, dass da mehr in dir wartet als das, was du gerade lebst?
Dann lass uns gemeinsam schauen, was dein nächster Schritt sein kann.
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Sadhvi Shanti
Dr. med. Shanti Puri
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